und schätzen, eine vornehme Gleichgültigkeit zu zeigen. Manmuß immer thun, als ob man solche Lappalien tausendMal besser gesehen und gehört hätte — man muß überall,wo sich die ganze Welt belustigt, über lange Weile klagen.
Hr. v. Puff. Darf denn so ein armer eleganter Menschniemals mitlachen?
Gauch. Bei Leib und Leben nicht! Der ganze Ruhmseiner Eleganz würde dadurch in Einem Momente vernich-tet. Der deutsche Elegant — denn der muthwilligeFranzmann sündigt in diesem Punkte gegen die feinen Sit-ten — der deutsche Elegant muß, im Kampfe mit sei-nen zum Lachen gereizte» Muskeln, lieber auf der Stellemitten entzwciberstcn, als lache n. — Allenfalls darf er,wenn er sich gar nicht weiter zu helfen weiß, mit abge-wandtem Gesicht ins Taschentuch lächeln. Das ist dieäußerste Gräuzlinie des Anstandes. — Im Theater hältcs freilich bisweilen schwer, der allgemeinen Lachlust zuwiderstehen; aber der ernste deutsche Elegant besiegt siedennoch mit Hcldcnmuth, und steht mitten unter tausendfröhliche» Gesichtern wie die kalte, marmorne Bildsäuleeines alten Weltweisen.
Hr. v. Puff. Hu! mich friert.
Gauch. Das Lachen und Lächeln des Hohns ist ihmhingegen ohne Einschränkung erlaubt, und er macht davon— besonders im Schauspielhause — einen glänzenden Ge-brauch. Da belächelt er den Witz des Dichters und dieKunst des Schauspielers mit einer stolzen Miene, als ober diese schwachen Köpfe und Stümper verachte und ihrverunglücktes Streben nach seinem Beifall bemitleide.
Hr. v. Puff. Was hat er aber von solchen Grimassenund Alfanzereien?
Gauch. Daß man ihn für einen großen Mann hält