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8 (1847) Zeitschwingen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
55
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Sie keck damit, schreiben Sie Liebesbriefe an sich selbst,und lassen Sie hier und da einen, wie von ungefähr, ausder Tasche fallen.

Hr. v. Puff. Scharmant! Ich bin nur, leider! einschlechter Buchstabcnmaler, und mit verliebten, herzbrechen-de» Ausdrücken weiß ich mich vollends gar nicht zu behel-fen. Kann man nicht solche Briefchen fertig zu kaufen be-kommen? Ich wollte kein Geld ansehn

Gauch. Gut. Ich bringe Ihnen morgen einige Du-tzend auf roscnfarbcnem, chinesischem Papier, mit goldenenKanten.

Hr. v. Puff. O, das ist herrlich! Nun weiter, weiter!Das war Nummer Eins.

Gauch. Zweitens muß sich ein Elegant täglich imSchauspiclhause zeigen. Ich sage merken Sie wohlauf! der Elegant muß sich zeigen. Denn ging' er bloshin, um zu sehn, was dort aus der Bühne gezeigt wird,so war' er kein Elegant, sondern ein Alltagsmcnsch. Derechte Elegant wählt seinen Platz in einer so hell als mög-lich beleuchteten Loge kommt erst im zweiten oder drit-ten Akt macht, um die Augen der Versammlung aufsich zu zichn, mit der Logenthür und seinem Stuhle vielGeräusch mustert ringsum mit dem Perspectiv alle Lo-gen durch wirst sich dann, mit dem Rücken gegen dasTheater, auf den Stuhl spricht laut mit seinen Nach-barn spielt mit seiner goldncn Dose, betrachtet seineRinge, und wenn alle andere Zuschauer lachen oder wei-nen da gähnt er.

Hr. v. Puff. Kurios! Warum sicht er denn nicht hinauf die Bretter, wo Komödie gespielt wird?

Gauch. Darum nicht, weil es ein Hauptgesetz der Ele-ganz ist, gegen alles, was gemeine Naturen bewundern