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8 (1847) Zeitschwingen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
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v-D 38

Julie. Schelten Sic mich, schlagen Sie mich; nurein ehrlichs Mädchen lassen Sic mich bleiben.

Mab. Schwalbe. Nun, das bleib denn, bis duverhungerst! Du bist nicht Werth, daß man treu und müt-terlich für dich sorgt. Ich ziehe meine Hand von dir abund bereue jeden Heller, den ich auf dich gewandt habe.

Julie. Tante! liebe Tante!

Mad. Schwalbe. Ich habe meine Wohlthaten aufeinen steinigen Acker gesäet; das merke ich nun wohl.Wärst du ein gutes Kind und hättest ein dankbares Ge-mllth, so würdest du den dir angcbotcnen Reichthum schondeshalb mit Freuden ergreifen, damit du gegen mich er-kenntlich scpn könntest.

Julie. O, ich bin sehr unglücklich!

Mad. Schwalbe. Wer ist daran Schuld, als duselbst? Es hängt nur von dir ab, wie eine Prinzessinzu leben.

Julie (ringt seufzend die Hände).

Mad. Schwalbe. Julie, ich bitte dich, gebrauchedeine Vernunft! Es ist noch nichts versäumt. Ich habejetzt nothwendige Geschäfte außer dem Hause und gebedir eine Stunde Bedenkzeit. Bist du aber dann nichtgehorsamer und klüger, so hast du den letzten BissenBrod aus meiner Hand gegessen darauf verlaß dich!(Sie geht hastig ab.)

Zehnter Auftritt.

Julie (allein).

Ich bin in Verzweifelung. Was fang' ich an?Wer steht mir bei? Nirgends Rath, nirgends Trost!