XI.V
LoS ich mich wind' von der tragen Materie; — (20)
Wenn aus dem klaren, doch engen Gebiete, (20)
Wo schon im Maß' die Idee sich erschöpfet, (20)
Wo nicht ein freies, ein eigenes Walten (20)
Sich meinem Geist' als Verwandtes verkündet, (20)
Ich kühn iil'S Freie zu schreiten nun wage; — (20)
Jn'S Reich des Lebens, wo, scheinbar zcrstreuer, (21)
Wohl auch in Gruppen verschieden gestaltet, (21)
Ich die Faktoren getrcnnct erfasse, (21)
Die als Produkt, die als Eins ich vernehme, (21)
An meinem Ich, an dem eigenen Wesen; — (21)
Wenn die erstaunten, die schüchternen Blicke (21)
Dahin zu lenken ich mich erdreiste, (21)
Wo, in dem myst'schcn Gewände des Lebens, (21)
MeS mich anspricht, zur Frage mich locket, (21)
Wo Phantqsie, wo Verstand, wo Gefühle, (21)
Aus jedem Gliede harmonisch ertönen; — (21)
Wenn so des Lebens Bild in mir sich spiegelt; — (21)
Da weicht die Klarheit der FüllchderAnschauuiig, (22)
Löst die Erkenntuiß sich auf in Empfindung. (22)
Hier ist deS Rechners bewundertes Denken " (22)
Stumpfheit des Geistes und ohnmacht'ges Trotzen! (22)
Hier ist der Zepter des kalten Verstandes (22)
Todt' eitel' Zeug, ohne Kraft, ohne Weihe! (22)
Hier ist das Grübeln ein thöricht' Beginnen, (22)
Das sich bestrafet durch Hochmuthes Blendung! (22)
Des Lebens Blüthe verwelkt vor dem Denken; (23)
Von ihr gibt Kunde uns nur das Lied! (2z)
/i Manches verbunden (24)
Wird da gefunden, *) (24)
*) Reinlich an dem Bilde des Lebens, im Reiche derlebenden Natur.