Druckschrift 
9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
365
Einzelbild herunterladen
 

-o-D 368 S->-

durch Lärm und Getöse von ihrem Todesschlummcr wie-der erwachen möchte.

Diese Mnthmaßung ist jedoch zu lieblos, um bei demcdeln Kapitän gegründet zu seyn, so sehr auch dem ehe-lichen Märtyrer eine solche Besorgniß zu verzeihen gewe-sen wäre; und falls er sic wirklich hegte, war ihm zugönnen, daß er durch den Todtcnbcttmcister davon be-freiet wurde.

Als er von der Gruft znrückkam, ergoß er zwischenvier verschwiegenen Wänden sein Herz vor sich selbst.Gottlob!" rief er aus:Strick ist entzwei und ich binfrei! Habe Dank, wunderbare Wohltäterin, die du mich«inst von einer drückenden Schuld befreitest, meiner Toch-ter einen Mann und mir Ncichthum verschafftest, und michnun endlich auch noch von einem weiblichen Drachen er-löset hast! Wer hätte gedacht, daß ein armseliges Thicr-chcn, das ich für den Auswurf der Schöpfung hielt, sonützlich seyn könnte? Diese Erfahrung soll mir aber zurLehre dienen, das unbedeutendste Wesen der Thicrwcltnicht zu verachten, noch weniger aber die Blnturthcile pha-risäischer Egoisten über Ehr' und guten Namen andererMenschen nachzusprcchc». Kein stolzer Adler hätte mirso ersprießliche Dienste geleistet, als die kleine, unansehn-liche Fledermaus; und ebenso ist vielleicht Mancher, derin einem groben Kittel bescheiden nmhergeht, ei» bessererMensch, als der aufgeblasene, seidene, große Hans, derihn über die Achsel beschielt und einen nichtswürdigcn Lumpnennt. Leben und leben lasse»! soll künftig mein Wahl-spruch seyn."

Von nun an genoß der Kapitän einer ungestörten Zu-friedenheit, und die gute Fledermaus setzte ihren Wohl-