Druckschrift 
9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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du mir im Leben nicht gönntest. Zch bin, bis ich sterbe,dein unglückseliger und nllergetreucster OsculangiethA"

Zn einer Nachschrift bat er zwar, diesen Brief zu ver-brennen; allein Ulrike Zeigte denselben ihren Großelternund schrieb, vcrmuthlich ans deren Rath, ihrem väterlichenLiebhaber eine spitze Antwort. Hier ein Auszug davon.

Monsieur Papa! Jetzt nenn' ich Sie noch Papa, werdees aber nicht mehr thu», wenn Sie nicht von der unkcu-schen Liebe Nachlassen, die ich für keine väterliche haltenkann. Mein Kaltsinn, über den Sie sich beschweren,rührt daher, weil Sie mir immer so viel von Liebe vorsa-gen. Die mir vorgcworfcne Versündigung gegen daSvierte Gebot will ich verantworten; denn cs steht auchgeschricben: Du sollst Gott mehr gehorchen, als den Men-schen! Mit Liebesbriefen bitte ich mich ganz zu ver-schonen , wofern ich soll bleiben Ihre gehorsame Tochterund so weiter."

Der höhnische TitelMonsieur Papa" fiel ihm höchlichauf und er zankt mit Ulriken darüber im nächsten Briefe.Doch gleich darauf entschuldigt er sic auch wieder.SeinHerzblatt, seine Karoline schreibt er habe das ge-wiß nicht so schlimm gemeint, sondern nur ihre Feder vonder gnädigen Gcrichtshcrrschaft zu OclSnitz leiten lassen.Aber die Oclsnitzer Tyrannei solle »nd müsse bald auf-

" Ein zärtlicher Schäferliamc von eigner nbgeschninckter Er-findung. O-cnlum ist wabrscheinlich dnS Srammwort.Als mein ilm aber nachher vor Gericht befragte, wasdiese Unterschrift und bis Wert Ouich beim Anfängedes Briefs bedenke? antwvrtete er: Es sei) ein Ana-gramm iBuchstabenversetznng) von seinem und UlrikensNamen. Die Gcrichtspersoncn konnten sich des Lachensnicht enthalten und er lachte mit.