!^nter dem schwedischen Heere, mit dem im Jahre 1706Karl der Zwölfte Sachsen überfiel, befand sich ein Lieute-nant, Johann von G Er ward 1681 in Schwedenvon bürgerlichen Acltcrn geboren, und erst in seinem zwan-zigsten Jahre , als er sich dem Kriegsdienste widmete, ge-adelt. Von seinem frühcrn Jugendleben ist nichts bekannt,Doch muß er eine gute Erziehung genossen haben: denner besaß Kenntniß verschiedener Sprachen und feine Sitten.
Ein kleines dunkles Städtchen, einige Meilen von Dres-den, war für seine Lebhaftigkeit ein zu einsames Winter-quartier. Er suchte bald Bekanntschaft in der umliegendenGegend, und ward von einem schwedischen Hauptmann,der sein vertranter Freund war, in dem Hause des Rit-tergutsbesitzers M " zu Oclsnitz cingeführt.
Der ehrliche Hauptmann hatte sich dadurch eine Schlangeim Busen erzogen. Er liebte Marien, die Tochter desHauses, und stand im Begriff, sie zu hcirathen. Kaumaber war der junge, zärtliche Lieutenant zwei bis dreiMal in Oelsnitz gewesen, so fand Jener sein verlobtesMädchen gegen sich erkaltet. Sein falscher Freund hattesich zum Nebenbuhler aufgeworfen, und durch Schmeiche-leien , von dem Reiz einer noch blühenden Jugend unter-stützt, den Sieg über ihn gewonnen.
Der zurückgesctzte Liebhaber räumte nun ganz das Feld,und G" ward Mariens erklärter Verehrer. Auch er