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beizustchen und sich immer als ihre wärmste Freundin zubeweisen.
Nach berichtigten Danksagungskomplimcntcn hatte dieKönigin kein dringenderes Geschäft, als ihrem Gemahleinen treuen Bericht über alle diese neuen Begebenheitendurch einen Eilboten zu senden. Statt einer Antwortkam der König selbst, und wunderte sich höchlich über Al-zestens vorthcilhaste Umstaltnng. „Können Sie reiten?"war seine erste Frage. Alzest beantwortete sie mit einembescheidene» Ja. „Nun wohlan," fuhr der König fort,„so machen Sie einmal ihr Probestück auf meinem Bravo!Er ist zwar schon einige Meilen gelaufen; dennoch mögenSie sich immer sattelfest halten. Das kluge Thier ist ein.scharfer Kunstrichter seiner Reiter, und wirft jeden Stüm-per, der ihn nur im geringsten mit Schenkel oder Zügelfalsch behandelt, ohne Barmherzigkeit ab. Heh, Stallmei-ster, den Bravo!"
Da ward vorgcführt ein hoher, schnaubender Hengst,den Alzest muthig bestieg und nach den strengsten Regelnder Reitkunst tummelte. Der König klatschte fort undfort Beifall, umarmte de» absitzcndcn Reiter und rief ent-zückt: „Na, so einen schulgerechtcn Schwiegersohn Hab'ich mir längst gewünscht. Sie sollen meine Tochter ha-ben und meinen besten Segen dazu." —
Die Neuvermählten reisten nach einigen festlichen Ta-gen in ihr Land und genoßcn dort im Marmorpalast diefüße Traulichkeit der Hütte. Die cdeln Seelen liebten sichauch dann noch, als die Blüthen ihrer körperlichen Schön-heit verwelkt waren.
Zcfire wartete die trüben Herbsttage einer alten Jung-fer nicht ab, sondern starb noch im Sommer des Lebensvor Neid über das Glück ihrer Schwester.