Zwölftes Kapitel.
Traurige Frige» eines WeibcrzaukS.
Indessen die beiden Liebenden so zusammen plauderten,ward im Schlosse viel nach Auroren gefragt und über ihrplötzliches Verschwinden manche Glosse gemacht. Endlichkam die Nachricht, sie scp in den Garten gegangen. Diehohe Gesellschaft setzte sich hierauf in Bewegung, sie dortaufzusnchen, und begegnete folglich dem zärtlichen Paare,das Hand in Hand dem Schlosse zuciltc.
Alzest erbleichte, sobald er die Mutter des Schmetter-lingsfürstcn in der Ferne gewahrte. „Wir sind verloren!"sprach er leise zu seiner Geliebten: „Das alte Weib dortin der Mitte des Zuges ist meine Feindin! Ich erkennesie. ob sie gleich wieder zwei Beine und überhaupt einmenschlicheres Ansehen gewonnen hat. Laß uns fliehen.Aurore, laß uns fliehen, sonst sind wir verloren!''
Unentschlossen zagte das Mädchen; indessen ruckte derBortrab der Gesellschaft so nahe heran, daß an kein Ent-rinnen mehr zu denken war. Die Königin, über Aurorenslanges Anßenbleibcn erzürnt, beschoß sie schon von weitemmit strafenden Blicken. Zcfire biß sich vor Wuth in dieLippen, als sie in dem Führer ihrer Schwester den schönenSchläfer erkannte; und die Zauberin, die Alzesten langemit weit aufgcrissenen Augen gemessen hatte, unterbrach