Druckschrift 
9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
264
Einzelbild herunterladen
 

264 E»

Vermählung für mein möglichstes Glück und wird michmit unerbittlicher Gewalt dazu zwingen.

Atzest. Könnt' ich Sic doch retten!

Aurore- Daß Sie cs könnten! Um wie viel glückli-cher war' ich, wenn uns das Schicksal für einander be-stimmt hätte!

Atzest. Uns? Uns für einander bestimmt?Welcher gute Engel sprach das aus Ihnen? SagtenSic wirklich: Uns? oder waren diese himmlischen Wortenur ein Traum ans meinem vorigen Leben?

Aurore. Nein, ich sprach sic und bereue sie nicht.

Atzest. Nun so war dieß für mich die Losung einerbessern Zukunft. O liebenswürdige Aurore, mein Schick-sal ist seinem Entschcidnngspunktc nahe; das Glück oder Un-glück meines Lebens hängt von der »»bescheidnen Frageab: Ob ich Ihnen nicht mißfalle?

Aurore. Nein, aus voller Seele, nein! Ich gestehevielmehr, wenn cs zu Ihrer Beruhigung diene» kann,das Gegentheil ich gestehe, daß ich Sie, edler Mann,liebe.

Kaum war dieses letzte Wort ausgesprochen, so ver-schwand Alzest so plötzlich, als hätt' ihn die Erde verschlun-gen. Eine graue Ncbclsänle entstieg der Erde, und ansihr hervor ging ein Jüngling von blühender Schönheit.Aurore wich staunend zurück; da rief der Jüngling ihrzu:Fliehen Sic nicht, ich bin Alzest!"

Aurore. Alzest? Unmöglich ! Doch diese Stimme

Alzest. Ja, ich bin der Glückliche, den Sic entzauberthaben. Hören Sie meine Geschichte!

Die Natur hat mich gebildet, wie Sie mich jetzt sehen.Ich rechne mir aber diese Gestalt, ungeachtet sic vonSchmeichlern in Oden und Liedern gepriesen wurde, eben