Neuntes Kapitel.
Wer nicht reiten kann, ist kein Mann! — 2eü zerbrechlicheMütterchen kömmt wieder und hält Wort.
Der ganze Hofstaat wimmelte geschäftig wie ein Amei-senhaufen durch einander, um den Ankömmling ehrenvollzu empfangen. Zcfirc war die Freundlichkeit selbst. Gleicheiner Göttin geschmückt, bot sic alle weibliche Erobcrnngs-künstc ans. Doch sie liebäugelte vergebens; denn Atzestschien nur für ihre Schwester, die häuslich und einfach ge-,kleidet war, Augen und Ohren zu haben. Mit ihr unter-hielt er sich allein, und sprach so angenehm und geistreich,daß männiglich darüber erstaunte.
Aurore hatte sich nun auch an seine» Anblick gewöhnt,and war noch nicht volle drei Tage mit ihm nmgegangen,als sic einer vertranten Kanuncrdienerin gestand, daß siefür diesen Mann voll Geist und Verstand die feurigsteFreundschaft fühle.
„Ei, Sie lieben die kleine Vogelscheuche wohl gar?"sagte das Mädchen und erhob ein unmäßiges Gelachter.
„Du bist vorwitzig;" antwortete Aurore. „Von Liebewar nicht die Rede. Doch gesteh' ich beiläufig, daß ichviel Hochachtung für den Verstand eines Frauenzimmershabe, das bei der Wahl eines Gatten mehr ans den edler»Theil des Menschen, den Geist, als ans den Körper sieht."
Die Zofe merkte jetzt, woher der Wind kam, und