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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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Erstes Kapitel.

Schauplatz der Geschichte. Seltsame Hofsitten. Einrcitlnstiger König erfindet einen Tanz.

2^us einem unbekannten Lande, dessen Namen Niemandweiß, dessen Lage Niemand kennt, haben sich einige Blät-ter der Chronik seiner Fürsten bis zu uns verloren. Sieenthalten die Familiengeschichte eines Königs, der ein lei-denschaftlicher Liebhaber von Pferden war.

Die sämmtlichen Einkünfte seines Reichs verkrochen sichin den Marstall, wo einige hundert edle Rosse in mar-mornen Krippen gefüttert und aus silbernen Eimern ge-tränkt wurden. Hier lebte der Erdengott den größtenThcil des Tages unter seinen vierbeinigen Lieblingen,und war durch den langen vertranten Umgang mit ihnenbeinahe selbst zum Pferde geworden. Wenigstens konnteman ihn mit zugcdrücktcn Augen von dem gemeinstenRoßkncchtc nicht unterscheiden. Er hatte sich die Kunst-sprache des Stalles und der Reitbahn so eigen gemacht,daß er sich nie eines andern Ausdrucks bediente. Wenner zum Beispiel einmal den Vortrag eines Ministers an-hörte und ihn darin unterbrechen wollte, so rief er:Brr!Steh, Männchen, steh!" und schnalzte mit der Zunge odersagte:Hopp hopp!" wenn der Redner wieder fort spre-chen sollte.