161 <T<>-
nichts wider ihn. Er mag ein guter, ehrlicher Menschsepn und sich ans seine Feder verstehn; mit solchen Federnfliegt man nur nicht. Und verläßt er sich auf meine Fett-federn , so hat er die Rechnung ganz ohne den Wirth ge-macht. Gehorsamer Diener! Ich werde nicht so einfältigsepn und sic mir ausrupfen lassen. — Wenn du also deinGlück und deinen Vater lieb hast, so denke nicht mehr anden jungen Fant, höre nicht mehr auf sein süßes Geschwätz.Es ist wahr, er spricht wie ein Buch; aber leere Fässerschallen am weitesten. Was hilft alle spitzfindige Weis-heit, wenn man nichts Rundes hat? Auf runden Rädernrollt man durch die Welt, und die besten Freunde hat maninssBeutcl." —
„Ucberdieß begreif' ich nicht, warum du dich jetzt schonverschleudern willst? Wer langsam geht, kommt auch fort.Ein Mädchen, das zwanzigtausend Thaler Aussteuer mit-bringt, ist eine gute Waarc, die immer Käufer findet.Warte nur, es ist noch nicht aller Tage Abend, lieberlang oder kurz meldet sich gewiß ein reicher Kautz, der^dir mit einem Fcdcrzugc mehr verschreiben kann, als jenerTintenkleckscr, und wenn er hundert Jahr' alt würde, mittausend und abermal tausend Gänsekielen crkritzeln wird.Nach solchen Fischen mußt du dein Netz auswcrfcn. Gleichund gleich schickt sich für einander. Merk' dir das, Jnl-chen, und beschlafe meine guten Lehren! Besserer Rathkommt über Nacht."
Bei Julianen nicht. Sic schrieb am nächsten Morgenmi^weinendcn Augen einen Brief an ihren Geliebten, wo-rin sie ihm, des väterlichen Verbots ungeachtet, Stand-haftigkeit und Treue gelobte.
Die Aussichten der Liebenden trübten sich indessen vonTag zu Tage. Sie unterhielten zwar einen geheimen
Laugbcin'S sümiiitl. Schr. XIII. Bd. 11