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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
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desbedrohungen um seinen Kopf, und trieben ihn so ausdem Dickicht, wo sic sich gelagert hatten, auf den Weghinaus. »Feige Memme!" schimpften sic ihm nach:Merkedir die letzten Worte der Dirne, und komme nicht, wenndir dein Leben lieb ist, ohne ihren Kopf zurück!"

In halb sinnloser Verzweiflung stieß der unglücklicheJüngling der Armen das Mordmesscr ins Herz. Sie ver-schied zu seinen Füßen. Ihr letztes Stammeln warengrößten Theils unvernchmliche Töne. Der Mörder ver-stand blos die abgebrochenen Worte:Heut überzwanzig Jahr." Was die Unglückliche damit meinte,läßt sich nicht bestimmen. Sie bejammerte vielleicht, daßsic in ihrer frühen Jugend, noch nicht über zwanzig Jahralt, eines so schrecklichen Todes sterben müsse. Vielleichtsagte sie aber auch keine Splbe von den:, was der betäubteVerbrecher, den das Bewußtsepn einer Blutschuld beinahewahnsinnig machte, zu hören glaubte.

Er kam, wie ihm befohlen war, mit dem abgcschnitte--nen Kopfe der Ermordeten ins Lager der Bande zurück.Ans Befragen: was ihm die Sterbende noch vertrant habe?erzählt' er jene Worte, und erklärte sie als eine Prophe-zeihung, daß er nach zwanzig Jahren seine verdiente Strafeleiden werde. Darüber lachten die rohen Gesellen, undschläferte:: so nach und nach die Schlangen seines Gewis-sens ein. Doch, mit Abscheu gegen das Ränbcrlcben er-füllt, entwich er bei der nächsten, günstigen Gelegenheit,ohne weiter einen Mord auf seiner Seele zu haben.

Er ging in seine Vaterstadt zurück, nährte sich ehrlich,nahm ein Weib und lebte viele Jahre als ein allgemeingeschätzter und geliebter Bürger. Er war glücklicher, alser jemals zu werden gehofft hatte. Das Andenken an dieGemordete ward allmählich bei ihm zu einer flüchtigen