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der einige Wochen vorher Windhorsts Gcldbrief in Ma-riancns Wohnung trug. Grundhäßlich an Leib und Seele,schien er mehr das verunglückte Nachbild eines Mensche»,als ein wirklicher Mensch. Seine Verworfenheit war soganz ohne Beispiel, daß er sich von seinen Kunden fürein armseliges Trinkgeld prügeln ließ. Er war ein Spür-hund und Ausrufer aller Geheimnisse. In Italien hält'er sich als ein Bandit genährt; in Deutschland trieb erdas Handwerk eines moralischen Meuchelmörders, der sichvon Jedermann um ei» Spottgeld dingen ließ, und seineSchlangcnzungc zum Dolch brauchte, um ehrliche Namenzu vernichten.
Er erschien jetzt mit dienstfertiger Schnelligkeit vor demKammerjunkcr, der seine tiefe Sklavenvcrbcugung miteinem derben Backcnstreich crwicdcrte. Luchs hielt ihmgeschwind den andern Backen und die Hand hin, um sei-nen gewöhnlichen Schlägcsold in Empfang zu nehmen;Windhorst stieß ihn aber mit den Worten zurück: „Fort,Hund! Dafür bekommst du nichts. Ich wollte dich blos,wenn du etwa noch schlaftrunken wärst, ermuntern undauf meinen Befehl aufmerksam machen. Du weißt, daßich in das Mädchen, dem du neulich einen Brief, der mitDukaten gefüllt war, überbracht hast, rasend verliebt bin.Die Thcatcrprinzcssin strebt aber nach dem lächerlichenRuhm, eine Tugcndheldin zu heißen und wies mich daherrund ab. Ich gewann mit der Halste des von ihr ver-schmähten Goldes ihr Dienstmädchen, und durch den Bei-stand dieser Kupplerin gelang cs mir, mich in der heuti-gen Nacht an Mariancns Bette zu schleichen. O sie warim Schlafe so bezaubernd schön, als du, kalter Elsmcnsch,nicht denken kannst! Schon hielt ich mein Glück für ge-wiß; da polterte plötzlich der griesgrämige Hauptmann