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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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terrollen, die sie mit Natur und Wahrheit darstcllte. Da-bei vergaß sie aber weder Küche noch Keller, sondern wareine brave, musterhafte Hausfrau, die mit ihrem Gemahlin der zufriedensten Ehe lebte.

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Diese beiden wackern Leute hatten ein einziges Kind,ein kleines, liebenswürdiges Mädchen, das Lust und Ge-schick zum Thcaterwesen mit der Muttermilch cingcsogenzu haben schien. Mariane war kaum vier Jahre alt, alssic schon mit Math und Anstand die freundschaftliche Bühnebetrat und ihre Rolle so artig spielte, daß alle Zuschauerdarüber ein lautes Vergnügen bezeigten. Dieses früh er-rungene Lorbeerkränzchen erhob die Kleine zum Abgott ih-rer Aeltcrn. Sie schränkten sich von jetzt an möglichst ein,um ihrem Liebling den Unterricht der besten und thcuerstcnLehrmeister gewähren zu können.

Die Naturanlagcn des Kindes waren dieser Ausbildungwerth. Mariane sprach in ihrem fünfzehnten Jahre voll-kommen französisch und italienisch, malte trefflich und tanztemeisterhaft. In diesen und mehrern Künsten und Fertig-keiten blieben ihre Gespielinnen so weit hinter ihr zurück,als sic sich vor ihnen allen durch eine bezaubernde Grazien-gestalt auszeichncte. Witz und Laune schwebten immer aufihren Lippen und machten sie überall zur Seele der Ge-sellschaft. Sie belebte, wo sie cintrat, die todtestcn Grup-pen steifer Herren und Damen durch muntere Scherze, dieniemals in unanständigen Leichtsinn ausschweiften undvon dem strengsten Sittenrichter belauscht werden konnten.

Wegen dieser glänzenden Eigenschaften ward sie vonallen häßlichen und ungeschickten Mädchen beneidet, von