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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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1.

Ämnmersckrctär Richard war ein Heller Kopf. Ihn haß-ten deßhalb, sehr natürlich, alle finstere Köpfe, die denEntwurf eines unterthänigsten Vortrags, oder die Ausfer-tigung eines gnädigsten Befehls für die höchsten, rühm-lichsten und nützlichsten Meisterwerke des menschlichen Ver-standes hielten. Er ist ein schöner Geist! spöttelten sie oftunter einander mit mitleidigem Achselzucken, und schienensich viel darauf einzubildcn, häßliche Geister zu sepn.

Richard ließ sich wirklich in seinen jüngern Jahren einVerbrechen zu Schulden kommen, das solche Pedanten nie-mals vergeben. Der junge Schwindler befaßte sich näm-lich mit Schriftstellern, und zwar mit den leichtfertigstenArten der Schriftstellern: er machte Verse und schrieb Ko-mödien. Diese Spielwelke denn mehr waren seineDilettantenvcrfuchc nicht wichen zwar im reifer,, Alterseinen überhäuften Bcrufsgeschäften, die er mit tadelloserGeschicklichkeit und Sorgfalt verrichtete; der alte Sünderhatte sich aber nicht ganz bekehrt; die Liebe für das leidigeTheater lebte noch immer in seinem Kopf und Herzen.Er war sogar Mitglied einer Privatbühne, die er mit gu-tem Rath unterstützte und bisweilen mit Antritts- undSchlußreden versorgte. Den Schauplatz selbst betrat ernie; doch seine Gattin erschien darauf in zärtlichen Müt-