Glattzüngiger Heuchler! schnaubte ihn einer der Ver-schworncn an: Denkst du uns durch diese Sprache zutäuschen? —
„Täuschen?" — entgcgnete Schalkwitz: „Bewahre derHimmel, das ist gar nicht meine Sache! Ich Hab' immerdas Herz auf der Zunge und wünsche ganz aufrichtig,daß der edle junge Löwenfürst in sein königliches Erbrechtwieder eingesetzt würde. Denn Herr Simpel — nun ja,er ist ein gutes frommes Wesen; aber es fehlt ihm zwi-schen seinen beiden Ohren etwas Gewisses, das er sichnun einmal nicht geben kann. Dieser Mangel fällt aufder Höhe, wohin ihu das Glück stellte, mehr als sonst indie Augen, und man hat — unter uns gesprochen! —keine Ehre davon, ihm zu dienen."
Wer zwingt Euch dazu? fiel ein Anderer ein: Gehtdoch hin, wo Ihr her kamt! Darüber wird keine Lano-trauer entstehen.
„Das sagte mir meine Bescheidenheit eher als Ihr!"versetzte der Kanzler: „Und ich will auch gehen, willje eher je lieber ein Land verlassen , wo man mich undmeine redlichen Gesinnungen verkennt. Eh' ich aber scheide,sollt ihr noch — was gilt die Wette? — sollt ihr allenoch, wie ihr hier versammelt sepd, Gutes von mir spre-chen und sprechen müssen." —
Nun, wenn ihr das möglich macht, war die Antwort,so sepd Ihr ein Zauberer ohne Gleichen.
„Wir wollen's versuchen. — Nicht wahr, ihr würdetmich loben, wenn ich den König, der euch ein Dorn imAug' ist, auf eine gute Art dahin brächte, den Scepterniederzulcgen?"
Hm! wie wolltet Ihr das anstcllen?