einzeln mit euch allen zugleich auf. Sie lechzen nach eu-rem Blute; sic wollen von keiner Esclswahl hören; siebrechen los, sobald dazu Anstalt gemacht wird. Selbstder junge mildherzige Prinz würde nicht im Stande sepn,ihrer Wuth Einhalt zu thun. Aber er wünscht, euresLebens zu schonen, und will dcßhalb zu einer öffentlichenPrüfung, ob er oder Herr Simpel der Krone würdigersey, herablasscn. Wer als der Beste und Geschickteste be-funden wird, soll ohne weitern Widerspruch als Königanerkannt werden."
Reineke gab hinter des Statthalters Rücken durch vor-sichtiges Kopfschüttcln und andere stumme Zeichen seinemSchwager zu verstehen, daß man sich auf diesen Friedens-vorschlag nicht cinlassen sollte, und der Kreuzhcrr protestirtedenn auch sogleich, als Redner des Bundes, dagegen.Aber der Tiger und die übrigen Helden, welche seinenEinwand von Weitem hörten, fletschten darüber grimmigdie Zähne und setzten sich drohend in Bewegung. Dasthat auf die Genossen des grauen Bundes eine lustigeWirkung. Zitternd verkroch sich einer hinter dem andern,und die Meisten riefen ängstlich: „Wir bewilligen alles,was der Herr Statthalter befehlen."
Nun durfte dieser nur sagen: Packt euch heim! so liefdas feige Gesindel aus einander, und die Revolution warvorbei; allein er hatte dazu keinen Auftrag, und erlaubtesich nicht, den Befehl des Prinzen eigenmächtig zu über-schreiten. Vielleicht wollte er auch sich und seinen Freun-den ein possirlichcs Schauspiel nicht verderben, von demer sich voraus versprach, daß es zur Ehre des Prinzenausfallen müßte. Kurz, er antwortete dem grauen Bunde:„Es freut mich, daß euer Starrsinn noch ein wenig bieg-sam ist. Die Prüfung der Kronkandidaten mag also heut