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„Sie sind's! Das sagt Ihnen der Bürgermeister vonFraucnfeld ins Gesicht. Heraus mit den dreihundert Tha-lcrn, die Sie meiner Frau abschwatzten."
Der Bube nahm sich jetzt gewaltsam zusammen undsagte trotzig: „Sic träumen, Herr! Verlassen Sie mich!"
„Nicht ohne meine dreihundert Thaler!" rief der Bür-germeister. „Draußen steht ein Polizcidicner, der sie mirwill wegtragcn helfen."
Nun kroch der Spitzbube zu Kreuze, zog aus seinemKoffer einen Beutel hervor, worin sich noch zwanzig Tha-ler befanden, übergab zwei leere Beutel und bat um Scho-nung. Aber ohne Barmherzigkeit rief der Bürgermeisterden furchtbaren Thürwächter herein, der den Betrüger zurHast brachte. Es ergab sich bei der Untersuchung, daß erweder Aristo demus, noch Thalburg hieß, und dieverschwendeten zweihundert und achtzig Thaler nicht wie-der erstatten konnte. Er büßte seinen Gaunerstreich imZuchthause.
Der Bürgermeister erhielt das bcnöthigte Darlchn, kehrteruhig nach Hause zurück, predigt aber noch bisweilen überdas Sprichwort: „Trau, schau, wem!" und über denSpruch Salomonis: „Durch weise Weiber wird das Hauserbauet; eine Närrin aber zerbricht es mit ihrem Thun."— Seine Zuhörerin gebcrdet sich manchmal übel dabei;doch nimmt sie sich jetzt des Hauswesens lebhafter an,und trachtet nicht mehr darnach, sich durch spartanischeTischgesellschaften und Dampfmaschinen die elende Glück-seligkeit der Faulenzer zu erwerben.