33 6
wenn ihr nicht des Vaters finsteres Gesicht einen kühlemEmpfang geboten hätte.
„Schon wieder da?" brummte der alte Husar. „Ichglaubte, du würdest dich zehn Jahre lang in der Welt um-sehn. Aber auf dich paßt das Sprichwort: Eselstrab istvon kurzer Dauer. — Nu, meinetwegen! Du bringst wohleinen Sack voll Geld mit?"
„Ach nein, lieber Meister!" seufzte Anton. „DochHab' ich eine Aussicht."
„Und ich Hab' die Einsicht, daß du zeitlebens ein Bet-telhund bleiben wirst;" polterte Peter, und wies ihmdie Thür.
Anton zog sich zurück und winkte Marien mit denAugen. Sic begleitete ihn hinaus. Auf der Hausflurblieben sie stehen, und Anton vertraute hier dem Mäd-chen, daß ihm ein hundertjähriger Einsiedler einen Schatzam Fuße des Habichtstcins zugewicsen habe. Er verschwiegihr auch nicht: daß eine Spitzsäule das Lager des Goldesbezeichne, und daß er in der morgenden Nacht — dennheute sep er noch müde von der Reise — die Hebung desSchatzes versuchen wolle.
Der neugierige Peter horchte am Schlüsselloch, und er-fuhr so das erfreuliche Geheimniß. Als er sattsam unter-richtet war, schlich er auf den Zehen an seinen Arbeitstischzurück, und sagte Marien, als sie wieder in die Stubetrat, kein Wort davon, daß er Antons Geplauder be-lauscht hatte.
Sic begab sich, als cS Abend geworden, in ihr Käm-merlein, um ungestört an ihren Trauten zu denken. Baldnachher stahl sich ihr Vater, mit einer Diebslaterne undallerhand Werkzeugen, die er zur Eroberung des Schatzesnvthig hatte, aus dem Hause und lief zum Habichtstein.