und so hat auch Ihr vorlautes Wesen, mein Bester, die gegen-wärtige Volksmenge gegen Sie aufgeregt. Darum geb' ichIhnen den guten Rath, machen Sie sich still aus dem Staube,Sie mochten sonst am Ende noch in unsanfte Hände fallen."
„Wie komm' ich zu dieser Strafpredigt? mein Herr!"rief Julius. „Immer will doch das Alter die JugendHofmeistern! Sitzt denn die Weisheit im Barte? Dasglaubte man vor Zeiten; jetzt hat sich das Blatt gewendet.Die Graubärte gelten nichts mehr; die Jugend beherrschtdie Welt."
„Es ist lustig, einen Schulknaben so sprechen zu hören;"sagte der Warner.
„Herr! Sie sind eine gemeine Natur, ein Philister, einAltflicker!" schimpfte Julius, und ging dem ehrbarenManne mit schlagfertigen Geberden zu Leibe. Dieser hobaber schnell die Hand, und machte Miene, dem jungenWeltbcherrschcr eine» wohlverdienten Nasenstüber zu geben.
Dagegen wollte Julius sein Stückchen Fensterglas alsSchild brauchen, und bedeckte geschwind sein Gesicht da-mit. Er schirmte sich aber in der Angst mit der beruß-ten Seite des Glases, und schminkte sich das Gesicht, be-sonders den bedrohten Theil desselben, kohlschwarz. Alser nun mit dem Nascnschncller großmüthig verschont wor-den war und den gläsernen Schild wieder hinwcgnahm,entstand ein ungeheures Gelächter. Einige hundert Fin-ger zeigten ans ihn, und Alt und Jung schrie: „Seht dienaseweise Schwarznasc! Seht, seht!"
Ergrimmt schlug er, ohne sich lange zu besinnen, dennächsten Schreier, einen langen, ganz mit Puder überschnci-ten Haarkräusler, ins Gesicht. Dieser gab die empfangeneOhrfeige blitzschnell zurück. Da erwachte der Gemeingcistder auf dem Markte gegenwärtigen jungen Altdeutschen: