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XV.
Der Krug geht so lange zum Wasser,bis er bricht.
Die verwittwete Gräfin Allwing hatte ein armesFräulein, die Tochter früh verstorbener Aeltern, zu sich ge-nommen. Auguste, ein lebhaftes und muthwilliges Mäd-chen von siebzehn Jahren, erkannte jedoch die mütterlicheGüte ihrer Tante nicht so herzlich, als recht und billiggewesen wäre. Im Gcgentheil war sie im Kreise ihrerGespielinnen undankbar genug, ihrer Wohlthäterin zu spot-ten, und allerhand possierliche Gcschichtchcn, die das leicht-sinnige Wesen zum Theil selbst erdichtet hatte, von ihr zuerzählen.
Die gute Matrone, die schon tief im Winter ihres Le-bens stand, hatte sich verschiedene Sonderbarkeiten ange-wöhnt, die allerdings einem Fremden, der sie zum erstenMal sah und beobachtete, lächerlich scheinen konnten. Siewar ungemein gesprächig, mischte in ihr schlechtes Deutschviel verbrauchte französische Redensarten, nahm dabei flei-ßig Tabak, und bediente sich im Hause einer alten, selt-samen Dose, deren Deckel bei jedem Auf- und Zuklappeneinen wunderlichen Ton von sich gab. Auguste besaß
LangblMi'L sämmtl. Schr. XI. Bd.. 22