Brod verdiente, und nicht mehr als unbeschäftigter Tauge-nichts herumschwärmtc.
Als er aber ein Jahr lang recht ordentlich Pferde ge-striegelt und gesattelt hatte, verließ ihn sein guter Geistwieder. Der Graf machte eine Reise zu Pferde, und seinzweiter Reitknecht begleitete ihn. Karl und ein Stall-junge blieben zur Abwartung der daheim gelassenen Rossezurück. Es war gerade um die Zeit der Leipziger Messe.Dieser Umstand brachte den liederlichen Menschen auf denEinfall, einen Ritt nach Leipzig zu machen und sein Glückam Pharotische zu versuchen. Gegen seinen jungen Kame-raden gab er vor: er habe von dem Grafen einen Briefmit dem Befehl erhalten, ihm schleunig nachzukommen.Der Stallbube glaubte das treulich.
In der folgenden Nacht machte Karl wunderliche An-stalten zu seiner Mcßreise. Er stahl dem Grafen hundertLouisd'or und packte dessen Staatsuniform mit allen Zu-bchörungen in einen Mantelsack. Am Morgen zog er desGrafen bestes Pferd, einen ächten Engländer, aus demStalle und ritt wohlgemuth zum Thore hinaus.
In Leipzig angelaugt, stieg er vor einem ansehnlichenGasthause ab und forderte für seinen Herrn, der gegenAbend cintrcffen werde, ein Zimmer. Das erhielt er, undman bekümmerte sich nicht weiter um ihn. Als es Abendgeworden, warf er im verschlossenen Zimmer die Livreeab und legte die Uniform an. So ging er keck aus demGasthofe fort und begab sich in ein Kaffeehaus, wo einberüchtigter Spieler Bank hielt. Der Reitknecht betrat dasgeheime Zimmer etwas schüchtern, weil es möglich war,Laß Offeriere von demselben Regimente, bei welchem sein