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Der K'cheiiliwirlh.
„Wer gibt uns das Lirum-Larum zu hören?" sagte deraufwachende Wirth. „Gewiß Vagabunden, die eine Her-berge suchen. Ich werde dem Gesindel scharf auf den Zahnfühlen."
Jetzt ward bescheiden an die Thür geklopft. Der Wirthblähte sich ans seinem ledernen Throne und rief mit bar-scher Stimme: „Herein!"
Ein ansehnlicher, doch ärmlich gekleideter Mann, einewohlgebtldete Frau und ein freundlicher Knabe traten grü-ßend in die Stube. Jener trug eine Zauberlaterne, diesereine Drehorgel.
„Was ist Euer Begehr?" fragte der Wirth.
„Wir bitten um ein Nachtlager!" antwortete der Mannmit einem feinen und höflichen Tone.
Aber unfreundlich und gebieterisch sagte der Wirth:„Zeigt Euren Paß!"
„Leider haben wir keinen!" erwiederte der Fremdling.„Wir wurden vorgestern im Walde von drei Männern an-gefallen und erschrocken nicht wenig. Aber einer derStrauchdiebe sagte: Wir sehen, daß nicht viel bei Euch zuholen ist; darum wollen wir uns mit Eurem Rocke be-gnügen. — Froh, so wohlfeil davon zu kommen, zog ichihn geschwind aus; sie rissen ihn mir aus der Hand undeilten von dannen. Kaum waren sie im Walde verschwun-den, so fiel mir ein, daß sich mein Paß in der Tasche desgeraubten Nockes befand. Ich lief den Räubern nach, abersie waren schon über alle Berge. Zum Glück hatten siemir die Weste, und darin einige Thaler gelassen, wovon
Lnugbeiu'L sämnttl. Schr. XI. Bb. 14