Fritz sein Herz um ei» paar Zentner leichter, und ver-sprach mit einem Handkuß, recht fleißig zu schreiben.
Der Wirth riß die Augen weit auf, als er von derwichtigen Unterhandlung, die so eben in seinem Hausegepflogen worden war, Nachricht erhielt. Er hatte sichüber einen schicklichen Antrag, den er selbst in des Jun-kers Namen dem Fräulein thun wollte, den ganzen Tagden Kopf zerbrochen, und den nächsten Abend dazu be-stimmt. Nun aber war mit Einem Male, da ihm derRathsschreiber den Rang abgclaufcn hatte, sein mühsamerund sinnreicher Entwurf unnütz geworden. Das verdroßihn, und er grisgramtc so lange darüber, bis ihm HerrVeilchen die Versicherung gab, daß der ihm versprocheneKuppelpelz dcßhalb nicht ausbleiben solle. Nun stieg ermit heitern Mienen die Treppe hinauf und wünschte demFräulein Glück.
Zwölftes Kapitol.
Der Polizeimeifter von Tniinenbühl.
Indessen ging der alte Falkner zum regierenden Stadt-richtcr, dem Polizeimeister des Orts, und schilderte ihmdas Fräulein als eine Vagabundin. Sie war Jenem beiIhrer Ankunft gemeldet worden, und er crschrack jetzt überseine eigene Unvorsichtigkeit, daß er die lose Dirne, wieer sich ausdrückte, so lange geduldet hatte. Er entschul-digte sich: der Rathsschreiber habe gleichsam für fie ge-bürgt und von ihrer stillen und sittsamen Aufführung vielRühmens gemacht. Das war richtig. Ohne diese Bürg-schaft hätte sich auch in der That sein Amtseifer nicht solange zügeln lassen; denn er war ein ängstlicher, grübeln-