mit studirter Zierlichkeit, sobald sie das Stadtthor hintersich hatten.
„Herr Rathsschreiber," antwortete die Amazone, „IhrAntrag kommt mir unerwartet; ich bin aber gewohnt,mich bei guten und schlimmen Ueberraschungen leicht zufassen. Hören Sie also in wenflg Worten meinen Ent-schluß! Ist Herr von Bach der brave Jüngling, wie Sieihn schildern und ist er reich genug, ein Frauenzimmerohne Vermögen zu heirathen — nun wohlan, so will ichseine Hand nicht zurückweisen. Doch jetzt lassen Sieuns die Pferde ein wenig in Athen» setzen!" — Hiermitgab sie ihrem Gaul die Spornen, und der Araber rafftesich unaufgefodert so gewaltig zusammen, daß Herr Veil-chen den Hut verlor und sich mit beiden Händen an denSattelknopf ankiammern mußte. Sie hielt sogleich, alssie ihn in dieser traurigen Verfassung sah, mit Lachenwieder an und ein gefälliger Knabe trug ihm dcu Hutnach. So kam er in seine vorige Ordnung und ritt mu°thig auf Falkners Landgut zu, dessen Wohngebäude ander Straße lag, die er mit gutem Bedacht gewählt hatte,um sich seiner Geliebten in ritterlicher Parade zu zeigen.
Sie stand glücklicher Weise am Fenster, als nnserc Rei-ter im ruhigsten Schritte daher zogen. Der Araber schiengerade über etwas nachzudenken und schlich mit gesenktemKopfe, wie eine fromme Kuh. Dieser nachlässige Gangmißfiel dem eitlen Rathsschreiber, der eben jetzt wünschte,daß der Gaul recht stolzieren möchte. Er unterstand sichdeßhalb, ihn durch einen heftigen Ruck mit dem Zügelan einen bessern Anstand zu erinnern. Aber er gab, lei-der! diese Hülfe so plump und ungeschickt, daß es derAraber, der einer höflichen Behandlung gewohnt war,sehr übel nahm und sich schnaubend hoch emporbäumte.