161 S-»-
„Hat's auch nicht geblitzt, wenn Sie zum Beispiel derMamsell Falkner in die grauen Katzenäuglein guckten?"
Nicht im mindesten.
„Das ist doch drollig! Ich wünschte, Sie hätten's heutenicht bei Einem Blicke bewenden lassen, sondern öftereVersuche angcstellt, damit Sie dahinter gekommen wären,ob Ihnen alle Mal so wunderlich zu Muthe würde."
Ja, lieber Herr Martin, ich wollte wohl gern; aberich war zu furchtsam. Ich dachte, das Fräulein möchteböse werden.
„Guter, junger Herr! Darüber wird kein schönes Frauen-zimmer böse. Wagen Sie es morgen — denn sie wirdwahrscheinlich wieder hier speisen — auf meine Verant-wortung, auf meine Gefahr!"
Fritz schüttelte bedenklich den Kopf und ging jetzt, weiler mit seiner Schnabclweide fertig war, seines Weges.
Achtes Kapitel.
Der Amikcr gibt bei» Glaser etwas z» verdienen, und wünschteine gesegnete Mahlzeit.
Eine Stunde nachher trat das Fräulein in ihrem Zim-mer an's Fenster und ließ ihre Blicke auf der Gasse undan den nächsten Gebäuden umherschwcifen. Sie fielenendlich auch auf das Bachische Haus, welches dem Wall-fisch so gerade gegenüber lag, daß Fenster auf Fenster stie-ßen. Alle Vorhänge waren drüben fest zugezogen; dasganze Haus schien ausgestorben. Nur hinter Einer Gar-dine bewegte sich der Schatten eines Menschen. Er krab-belte behutsam mit den Fingern an der Leinwand herum,schob sic sacht und sacht, wie eine Schnecke kriecht, auf dieLangbein'« sämmtl. Schr. XI, Bd. 11