Auch ein steinreicher Kauz, der seine Wohlhabenheit gernzur Schau trägt und vor nicht langer Zeit die Narrheitbeging, sich ein schwarzes Sammtklcid statt der Knöpfemit Doppcldukatcn besetzen zu lasten. Er und der Seligewaren die innigsten Freunde und verabredeten schon vorvielen Jahren eine Heirath zwischen ihren Kindern, umdadurch ihr schönes Vermögen zu vereinigen. Aber Mam-sell Falkner, die ebenfalls ihres Vaters einziges Kind ist,soll für ihren bestimmte» Bräutigam, wie man sagt, keine.Neigung empfinden, sondern sich mit dem NathsschreiberVeilchen, der dem Erben zierlich zur Linken geht, in einheimliches Liebcsvcrständniß eingelassen, oder — nach hie-siger Art zu reden — verplämpcrt haben. Dieser HerrVeilchen hat, zu Ihnen gesagt, einen kleinen Schuß,schreibt Komödien und Verse, ist ein Modepüppchen undduftet immer so süß wie die Blume, deren Name er führt.Doch das alles bleibt sein unter uns!
„Sorg' Er nicht!"
Die übrigen Personen — zum Beispiel unsere wohl-weisen Rathshcrrcn, die mit steifen Hahncnschritten hinterder Leiche herstcigcn — werden Sie wenig interessircn.
„Er hat Recht."
Kleine Slädtc, kleine Lichter! Das ist nun einmal nichtanders. Der Nathsstuhl ist mit ehrlichen Handwerkernbesetzt, die von der Landesverfassung, Proceßordnung undandern gelehrten Dingen weder giks noch gaks wissen.Der studierte Rathsschreiber regiert sie, wie ein Gauklerseine Drahtpuppen. Er ist dcßhalb ein wichtiger Mann,und ich muß cs mir zur Ehre schätzen, daß er täglich inmeinem Hause speist.
„Ei wohl!"
Ich wünschte, das gnädige Fräulein ließen sich auch