Druckschrift 
7 (1847) Neue Talismane. Vacuna. Der graue König : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
135
Einzelbild herunterladen
 

war, mit welcher sie oft bis spät in die Nacht die Neuig-keiten des Tages abzuhandeln Pflegte, empfand er einen somächtigen Trieb nach einem Pfeifchen Knaster, daß er dentollkühnen Entschluß faßte, sich heimlich auf's Kaffeehauszu stehlen. Die größte Bedenklichkeit bei diesem Unterneh-men machte ihm eine beträchtliche Partie ungeschliffenerFedern, welche er diesen Abend, nach dem ausdrücklichenBefehl seiner Gemahlin, abkielcn sollte. Doch einige Gro-schen, mit welchen er sich die Verschwiegenheit der Magderkaufte, setzten ihn ans dieser Verlegenheit. Das Mävrchen versprach, sein Pensum zu verarbeiten, und er eiltenun mit sorgenfreiem Herzen fort.

Er hielt sich in dem Kaffcehausc nicht lange auf. Aberwer beschreibt sein Entsetzen, als er dennoch bei seiner Zu-rückkunft schon auf der Treppe die gräßliche Stimme seinerBeherrscherin hörte! Sic hatte sich mit ihrer Seclenfreun-din Überwerfen, war deßhalb früher als gewöhnlich nachHause gegangen, und folterte fetzt mit Verwünschungenund Schlägen die arme Magd, um seinen Aufenthalt zuerfahren. Er vernahm jedes Wort: alle Glieder zittertenihm: er wußte nicht, was er beginnen sollte, und fingvor Angst an zu beten. Endlich riß er mit dem Muthder Verzweiflung die Thür auf und stellte sich vor dasfürchterliche Tribunal.

Die Furie sprang auf ihn zu und beschnüffelte seineKleider.Das Hab' ich gedacht!" rief sie aus:Ich brauchenicht erst zu fragen, wo du gewesen bist; die Antwortstinkt mir schon entgegen." Nun folgte ein Hagelwet-ter pöbelhafter Schimpfredcn, die das frömmste Lamm hät-ten aufbringcn müssen, und auch zuletzt der Hiobsgcdulddes Secretärs ein unwilliges Wort auspreßten. WelchesMajestätsverbrechen! Es ward augenblicklich durch einen