Druckschrift 
7 (1847) Neue Talismane. Vacuna. Der graue König : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
105
Einzelbild herunterladen
 

-»D 108 Gö-

tzen, daß mein Vater in der vorigen Nacht abgebrannt ist.Er hat nichts als sein Leben gerettet. Ich Hab' ihm ver-sprochen, für seinen Unterhalt zu sorgen; aber ich rechnetedabei auf Sie und Ihre Hülfe. Die Summe der Wohl-thatcn, die Sie mir bisher erwiesen haben, ist so groß,daß ich sie in einer laugen Reihe von Jahren nicht ab-dienen könnte; allein dennoch zwingt mich das Schicksalmeines Vaters, undankbar zu scpn, und mir von nun aneinen bestimmten Lohn zu erbitten. Schaffen Sie einpaar Knechte ab; ich will ihre Arbeit verrichten."

Grünbergs Augen füllten sich mit Thränen. Er zogden Jüngling au seine Brust und sprach mit weicherStimme:Nicht mein Knecht mein Sohn! Ichweiß, du liebst meine Tochter und sie liebt dich. Ihr scpdBeide gute, wirthliche und genügsame Menschen, und eureVereinigung war längst mein Wunsch. Warum soll ichmir ihn länger versagen? Sieh, der Mode zum Trotz,die das erste Wort von dir fordert, trag' ich selbst meinMädchen dir an."

Trunken vor Entzücken, wollte Heinrich ihm zu Füßenstürzen; aber er hielt ihn ab und fuhr fort:Höre nurweiter! Eine Frau, ohne Dach und Fach und hinreichen-des Auskommen, wäre eine Strafe; also müssen wir wohlauf eine häusliche Einrichtung denken. Sie ist bald ge-macht. Ich habe genug gearbeitet, sehne mich nach Ruhe,und überlasse dir deßhalb meine Pachtung. Die fürstlicheKammer braucht vor der Hand nichts davon zu wissen.Ich gebe so lange, bis meine Pachtjahre abgelaufen sind,den Namen her, und stehe dir mit Rath und That bei.Nebrigens bist du von dieser Stunde an Herr und Meisterim Hause, und ich leb' als Invalide bei dir. Du starrstmich an! Befremdet es dich, daß ich mich gewissermaßen