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erhob und sie sanft in den Schooß zurücksinkcn ließ. „Darist wahr," fing er nach einer Pause wieder an, „die gro-ßen Herren führen ein köstliches Leben. Ei, wer es dochauch so gut hätte! — Ich bin nun freilich zu alt, umnoch in's Paradies der Großen einzugehn; aber euch, ihrZungen, steht der Weg offen. Alle Schlagbäume, die ihnder Armuth versperren, thun sich dem Golde auf, und ichhabe von diesem edlen Metall — dem Himmel und denimmer durstigen Kehlen unserer löblichen Bürgerschaft seyDank! — ein artiges Häufchen für euch gesammelt. Ihrdürft nur noch halb und halb etwas lernen, so kann cseuch gar nicht fchlschlagcn, vornehme Herren zu werden." —
Das war längst mein Vorsatz, lieber Vater! sprach derkluge Karl: Ich studiere —
„Nur allenfalls bis an den Hals, mein Sohn!" fielihm der Vater lächelnd ins Wort: „Wenn der Beutel vollist, kann der Kopf leer sehn; man kommt dennoch fort." —
Desto besser! rief Karl: Kurz, ich studiere, werde Hof-rath oder gar Minister, und fahre in einer prächtigenKutsche.
„Potz tausend, das möcht' ich erleben! — Und du, Hein-rich , wirst auch nicht immer auf den Hefen sitzen. Wiehoch steigst denn du?" —
Steigen ist gefährlich; antwortete Heinrich: Ich willlieber auf der Erde bleiben und zum Pfluge greifen. Mirgefällt das Landleben: ich wcrd' ein Bauer.
„Einfältiger Junge!" zürnte der Vater: „Hegst du im-mer und ewig so gemeine Gedanken?" —
Karl sah seinen Bruder an und lachte höhnisch. DieMutter war indessen erwacht, legte das Strickzeug beiSeite, schlug die Hände zusammen und sagte mit einemweinerlichen Tone: „Heinrich, ich bitte dich, laß mich solche