III.
Die Brüder.
Meister Klaus, ein reicher Bierbrauer, besaß in einerder vorzüglichsten xnd anmuthigsten Städte Deutschlandseine sehr lebendige Nahrung, und war in seinem Kreiseeben so angesehen, als weiland in Paris sein Zunftgenoß,der Bürger-General Santerre, mit welchem die spaßhaftendeutschen Zeitungsschreiber in den ersten Jahren der fran-zösischen Revolution ihr possierliches Fest hatten.
Ungefähr dreißig Jahre zuvor, che wohlgedachter Gene-ral zum Schwerte griff, saß Herr Klaus eines Abends inseinem bequemen Lehnstuhl am Ofen und schmauchte ruhigein Pfeifchen. Ihm zur Seite strickte und nickte seineschläfrige Gattin. Die Abkömmlinge dieses Paares, zweirothbäckige Knaben, erhielt die Furcht vor ihrem strengenSchulhcrrn noch munter; sie lernten am Tisch ihre Lcction.So herrschte wohl eine Stunde lang in der düster» Wohn-stube dieser ehrsamen Familie eine tiefe Stille, bis endlichdas Geraffel der Wagen, die vom Schauspiel zurückfuh-ren, Gaffen und Häuser erschütterte.
»Ist das nicht ein Lärm!" sagte der wohlgenährte, Phleg-matische Braumeister, indem er die rechte Hand ein wenig