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Blick, den das arme Weibchen auf die Gasse warf, wardbekrittelt, und bei solche» Gelegenheiten war er in derWahl seiner Worte so unglücklich, daß er sich oft der nie-drigsten Ausdrücke und Schimpfredcn bediente; kurz, erward von Tag zu Tage unartiger, und drohte mit demabgeschmackten Einfall, die untere Hälfte der Fenster ver-mauern zu lassen. Emilie litt noch lange mit Geduld;allein das friedlichste Würmchen wehrt sich endlich, wennes gcmißhandelt wird. So fing denn auch sic, von Leo-poldinen aufgewicgelt, nach und nach an, ihre Unschuldlebhafter und nachdrücklicher zu vertheidigcn und einesTages sogar von Ehescheidung zu sprechen.
Ich war in der Nähe, als sic zu de» Waffen dieserDrohung griff, und sah mit Vergnügen, daß ihr Gemahl,der bisher den täglichen Hauskricg sehr heldenmäßig undunerschrocken geführt hatte, darüber erbebte. Er suchtezwar seine Bestürzung unter einem erzwungenen Gelächterzu verbergen; allein die fliehende Rothe seiner Wangenward an ihm zur Verrätherin und er entfernte sich schnell,weil er ganz außer Fassung war.
„Triumph!" rief Leopoldine: „da haben wir denn miteinem Male den Punkt getroffen, wo unser geharnischterRitter verwundbar ist! Merke dir das und ziele muthigdahin, sobald er dich wieder befehdet! Doch muß ich diraufrichtig sagen, daß ich ihn nun mehr als jemals ver-achte. Alle deine tausend Thränen glitten ohne den gering-sten Eindruck von seinem Kieselherzen ab; allein die Furcht,dein eingebrachtes Vermögen wieder herausgeben zu müs-sen, macht ihn zittern. Pfui über einen solchen Menschen!Er verdiente wirklich die Ehre, daß er von dir zum Pro-pheten erhoben würde."
Was willst du damit sagen? sprach Emilie.