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auf den letzten Moment sträubte, hinter den Bettvorhang.
Herr von Nestor kam glücklicher Weise nicht am HellenTage, sondern verspätete sich bis zum Abend, der jederAugcntäuschung günstig ist. Schon war die Wochcnstubemit einer umschirmten Kerze matt beleuchtet, als ein Post-horn die Gaffe herabschallte, ein Wagen am Hause ver-fuhr und eine Zofe zur Thür hereinschrie: der gnädigeHerr kommt! Leopoldine flog an ihren Posten bei derWiege, und nach einer halben Minute dröhnte der Vorsaalunter den barschen Stiefeltritten des Hausherrn. Er rißhastig die Thür auf und öffnete den Mund, um wahr-scheinlich seiner Schwägerin einen guten Abend zu bieten;aber plötzlich sah er die Wiege und entsetzte sich darüberso sehr, daß ihm das Wort auf der Zunge starb und ersogar die Pforte seines Mundes wieder zu schließen ver-gaß. „Still, still!" rief ihm Leopoldine mit der ernsthaf-testen Miene entgegen und winkte mit der Hand, daß erkein Geräusch machen solle. Dabei schwenkte sie geschäftigdie Wiege und sang, ohne den auf der Thürschwelle vcr-steinten Mann weiter anzusehen, dieses Liedchen:
Schlaf, Junkercheu, schlaft! Zum Wachen ist'S Zeit,Wenn einst deine Hoheit vom HanSthron gebeut.
Dann wähl' eine Frau, die mit stillem GemüthAuf'S Wetterglas deiner Aprillauuen steht.
Die, wenn ihres Jupiters Donner ste schreckt,
Sich scheu wie ein furchtsames Täubchen versteckt,
Und froh, wenn sich wieder ein Sonnenstrahl zeigt,
Wie schmeichelnde Hündlein zur Erde sich beugt.
Die Worte des Priesters: dein Herr soll er seyn!
Schilt täglich und stündlich ins Ohr ihr hinein,
S» bist du und bleibst du der Sultan im Haus,
Und spottest und lachst jeden Weiberknecht aus.