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Waare auf einem benachbarten Ritterguts gewachsen war.Der Besitzer dieses Edclhofcs lebte in der Stadl, und ichward nach verflossener Marktzcit in seine Wohnung ab-geliefert, wo ich in sehr schöne Hände kam. Die Frauvom Hause war eine blühende Rose, die man kaum sofrüh im Garten der Ehe gesucht hätte. Sie schien erstfünfzehn oder sechzehn Sommer alt. Ihren Gemahl sahich nicht; aber ich hörte bald so von ihm sprechen, wieman von Todten und Abwesenden nicht sprechen soll.
Ein schlankes, lebhaftes Mädchen, dessen Schalksgcsichtrabenschwarze Locken umschatteten, sprang plötzlich in'sZimmer und rief: „Emilie, was bin ich erschrocken! Dafällt mir jetzt ein Kalender in die Hand und ich sehe mitEntsetzen, daß unser Jsegrimm, unser kategorischer Impe-rativ, schon übermorgen zurückkommt."
Wen meinst dn, Poldine? sprach die schöne Emilie.
„Wie du auch fragst! Wen sonst, als deinen gestrengenHerrn, deinen eifersüchtigen Tyrannen?"
Schwester, Schwester! du weißt, ich höre diese Sprachenicht gern. Uebrigens hast du Recht: ich erwarte über-morgen meinen Mann. Sind dir zwei Monate seinerAbwesenheit so schnell verschwunden, daß dich seine Rück-kunft überrascht?
„Allerdings! Angenehme Tage haben Flügel; und ichgestehe, daß es für mich wahre Festtage sind, wenn ichdie Argusaugcn des Herrn von Nestor nicht über dichwachen sehe und die Ausbrüche seiner argwöhnischen Launenicht höre."
Laß ihn! Er wird sich in der Folge von der Festigkeitmeiner Treue überzeugen und mich nicht mehr betrüben.
„Du hast die Geduld eines Engels; aber durch Sanft-muth und Schonung läßt sich ein solcher Grillenfänger