Dcr Wundarzt kam athemlos gelaufen und fragte, waszu hohem Befehl stehe.
„Ordnen Sie doch an," sagte dcr geheime Rath ernstund mürrisch, „daß mich Ihr Gesell künftig nicht mehrbei der Nase fasse."
Der Chirurgus, welcher aus dcr Eile des Rufs einenArm- oder Beinbruch vermuthet hatte, erstaunte nicht we-nig und antwortete mit Lächeln: Ich werde diese Un-schicklichkeit abstellen. Aber warum wählten Jhro Gna-den nicht den kürzern Weg, sie dem ungelenken Burschensofort selbst zu verbieten? —
„Hm!" versetzte dcr Rath und warf die beleidigte Nase-hoch auf: „Ich pflege mit solchen Leuten nicht zu spre-chen." —
Sechzehntes Kapitel.
Die Hi»i6e.rcelle»j in der Klemme.
Dieses Nasengeschichtchen stellt den ganzen Mann solebhaft dar, daß ich mich der Mühe überheben kann, seinKonterfei weiter auszumalen. Ich eile daher zu dcr Er-zählung des tragi-komischen Vorfalls, der mich von ihmtrennte.
Er setzte nie einen Fuß vor die Thür, ohne sich vonzwei Nachtretern in Livree begleiten zu lassen. Sogarauf den einsamsten Spazierplätzen vor den Thoren derStadt, wo man oft selbst den Fürsten ohne Gefolgesah, trabten seine Schatten hinter ihm her. Diese prun-kende Gcleitschaft unterblieb nur dann, wenn er in dcrDämmerung des Abends eine alte Geliebte besuchte, dieer am äußersten Ende der entlegensten Vorstadt, wo dte