295
mit der Wuzischcn Vermählung stell' ich doch dergleichen niezusammen: sehet nur dem Mann hintennach, der den Son-nen- und Himmelwcg zu seiner Braut geht und ans den an-dern Weg drüben nach dem Alumncum schauet und denkt:„wer hätt'ö vor vier Jahren gedacht;" ich sage, sehet ihmnach! Thut cS nicht auch die Anenthalcr Psarrmagd, ob stegleich Wasser trägt, und henkt einen solchen prächtigen volle»Anzug bis auf jede Franze in ihren Gehirn- und Kleider-kammern auf? Hat er nicht eine gepuderte Nasen- und'Schuhspitze? Sind nicht die rothcn Thorflügcl seines Schwie-gervaters aufgedreht und schreitet er nicht durch diese ein,indeß die von der Haarkräuslerin abgcfertigte Verlobte durchdas Hofthürchen schleicht? Und stoßen ste nicht so meublirtund übcrpudcrt auf einander, daß sie das Herz nicht haben,sich Guten Morgen zu bieten? Denn haben beide in ihremLeben etwas prächtigers und vornehmeres gesehen als sicheinander heute? Ist in dieser verzeihlichen Verlegenheit nichtder lange Span ein Glück, den der kleine Bruder zugeschnitztund den er der Schwester hinrcckt, damit sie darum wie umeinen Wcinpfahl die Blumen - Staude und Geruch-Quastefür des Kantors Knopfloch winde und gürte? Werden neid-süchtige Damen meine Freunde bleiben, wenn ich meinenPinsel cintunke und ihnen damit vorsärbe die Parüre derBraut, daö zitternde Gold statt der Zitternadcl im Haar,die drei goldnen Medaillons auf der Brust mit den Minia-türbildcrn der deutschen Kaiser*), und tiefer die in Knopfezcrgossenen Silberbarren? .... Ich könnt' aber den Pin-
*) In manchen deutschen Gegenden tragen die Mädchen 3 Du-katen am Halse.