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die unter dem Rauschen und Brausen des tausendzweigigendicht eingelaubten Lebensbaums niederknicn und mit dem darinwehenden Genius reden wollen, da sie selber nur geregteBlätter daran sind — die den tiefen Tempel der Natur nichtals eine Villa voll Gemälde und Statuen, sondern als eineheilige Stätte der Andacht brauchen — kurz, die nicht blosmit dem Auge, sondern auch mit dem Herzen spazierengehen. . . .
Ich weiß kein größeres Lob, als daß ich von solchenMenschen leicht auf unser liebendes Paar hinüberglciten kann— die Liebe desselben ist ein solcher Spaziergang, das Lebender hohen Menschen ist auch ein solcher. — Ich will nurnoch, eh' ich mich vom erdrückten Gras aufrichte, so vielbemerken, daß Gustavs Liebe ganz in die Realdcfinizion cin-passct, die von ihr in einer schwärmerischen Sommer-Mitter-nacht zu machen ist. — Die edelste Liebe (kann man dcfiniren)ist blos die zarteste, tiefste, festeste Achtung, die sich wenigerdurch Thun als durch Unterlassen offenbaret, die sich wechsel-seitig erräth, die auf beide Seelen (bis zum Erstaunen) dienämlichen Saiten zieht, die die edelsten Empfindungen miteinem neuen Feuer höher trägt, die immer aufopfern, niebekommen will, die der Liebe gegen das ganze Geschlechtnichts nimmt, sondern alles gibt durch das Einzelwesen;diese Liebe ist eine Achtung, in welcher der Druck der Händeund der Lippen sehr entbehrliche Bcstandthcilc sind und guteHandlungen sehr wesentliche; kurz eine Achtung, die vomgrößcrn Theile der Menschen auögehöhnct und vom kleinstentief geehret werden muß. Eine solche herzerhöhende Achtungwar Gustavs Liebe, welche edle Augenzeugen nicht nur ver-trug, sondern auch erfreute und wärmte, weil sie ohne jenes