Druckschrift 
2 (1847) Die unsichtbare Loge : 2ter Theil
Entstehung
Seite
221
Einzelbild herunterladen
 

221

und jeden feurigen Busch. . . . Alle Vögel schrien, alleMenschen verstummten die Erde wurde eine Sonneder Himmel zitterte weinend über der Erde vor Freude undumarmte sie mit heißen unermeßlichen Lichtstralcn.-

Die Gegend brannte im himmlischen Feuerregen um uns;aber unsere Augen sahen sie nicht und hingen blind an dergroßen Sonne. Im Drang, das Herz von Blut und Freudelos zu machen, versank Gustavs Hand in Beatens ihreer wußte nicht, was er nahm sie wußte nicht, was siegab, und ihre gegenwärtigen Gefühle erhoben sich weit übergeringfügige Versagungen. Endlich legte sich die umdon-ncrte Sonne wie ein Weiser ruhig unter die kühle Erde,ihr Abcndroth ruhte glühend unter dem blitzenden Wetter,sic schien wie eine Seele zu Gott gegangen zu seyn und einDonnerschlag siel in den Himmel nach ihrem Tode. . . .

ES dämmerte, . . . die Natur war ein stummes Ge-bet. . . . Der Mensch stand erhabener wie eine Sonne darin;denn sein Herz faßte die Sprache Gottes .... aber wennin das Herz diese Sprache kommt und es zu groß wird fürseine Brust und seine Welt: so hauchet der große Genius,den es denkt und liebt, die stillende Liebe zu den Menschenin den stürmenden Busen und der Unendliche lässet sich vonuns sanft an den Endlichen lieben. . . .

Gustav empfand die Hand, die in seiner pulsirte undaus ihr herauöstrcbte er hielt sie schwächer und sah indas schönste Auge zurück seines bat Beaten unendlich rüh-rend um Vergebung der vergangnen Tage und schien zusagen:v! nimm in dieser seligen Stunde auch meinen letztenKummer weg!" Als er nun leise mit einem Tone, derso viel war wie eine gute That, fragte:Beata?" und als