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hätten. Die Residentin schien heute, was sic allemal schien:sic hatte eine stille, denkende, nicht leidenschaftlicheVerstellung in ihrer Gewalt, und aus ihrem Gesicht sah mannicht die falschen Mienen die aufrichtigen erst versagen.
— Das schönste Gemälde aus dem Nachlasse des Russenwar nicht zu Hause, sondern unter dem Kopirpapierc desFürsten. —
So stumm und doch so nahe muß Gustav der Geliebtengegenüber bleiben; nur mit drei Worten, nur mit einemDruck der ziehenden Hand; wenn er seine von Empfindungenclcktrisirte Seele zu entladen wüßte! -— Warum wollen alleunsere Empfindungen aus unserem Herzen in ein fremdeshinüber? — Und warum hat das Wörterbuch des Schmer-zcns so viele Alphabete und das der Entzückung und derLiebe so wenige Blätter? — BloS eine Thräne, eine drückendeHand und eine Singstimme gab der Welt-Genius der Liebeund der Entzückung und sagte: „sprecht damit!" — Aberhatte Gustavs Liebe eine Zunge, als er (bei einem Atmen-den der Residentin auf 7 Sekunden) im Spiegel, dem eram Klavier gegenüber saß, mit seinen dürstenden Augen dasdarin flatternde Bild seiner theuren Sängerin küßte — undals das Bild ihn ansah — und als das blöde Bild vor demFeuerstrom seines Auges das Augenlied niederschlug — undals er sich plötzlich nach dem nahen Urbild des wegblickcndenFarben-Schattens umdrchte und sitzend in das gesenkte Augeder stehenden Freundin mit seiner Liebe eindrang, und alser in einem Augenblicke, den Sprachen nicht malen, sich nichteinmal in Eine, nicht einmal in Einen Laut ergießen durfte?
— Denn cs gibt Augenblicke, wo der tief aus der fremdenSeele emporgehobne Schatz wieder zurück sinkt und im