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2 (1847) Die unsichtbare Loge : 2ter Theil
Entstehung
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Amandus wachte ängstlich auf; beide waren allein; der Mondruhte mit seinem Schimmer auf seinem kranken Auge;werhat denn den Mond zerschnitten (sagt' er sterbhciß), er isttodt bis auf ein Schnitzchen." Auf einmal wurden die Stuben-decke und die entgegengesetzten Häuser flammend roth, weildie Leichenfackeln mit einem Edelmann, der auf sein Erb-begräbniß gefahren wurde, durch die stumme Gasse zogen.

ES brennt, es brennt," rief der Sterbende und suchte ausdem Bette zu eilen. Gustav wollt' ihm verbergen, wie ähn-lich ihm der sei, der unten zum letzten Male über die Gasseging; aber Amandus, ängstlich als wenn ihn der Tod er-drückte, wankte über das halbe Zimmer in Gustavs Ar-men ...... eh' er die Leiche sah, legte ihn ein Nerven-schlag todt in diese Arme.,. . .

Gustav trug, so kalt wie der Todte, den Eingeschlafncnaufs verlassene Lager ohne Thränen, ohne Laut, ohneGedanken setzte er sich ins verhüllte Mvndlicht und ins hcr-flimmcrnde Lcichenlicht der starre Freund ohne Bewe-gung lag ihm gegenüber Amandus war eher als die Mond-kugel aus dem Erdschatten geflogen Gustav sah nicht aufden Todten, sondern auf den Mond (in der dichtesten Trauer-stundc steht man vom Gegenstände weg auf den kleinsten ^hin):streife nur hin, dacht' er, Schatten der Kugel ausStaub, du liegst noch über mir . . . aber ihn erreicht deineSpitze nicht .... alle Sonnen liegen nackt vor ihm ....o Eitelkeit, o Dunst, o Schatten, wo ich noch bin." . . .Plötzlich schlug die Flötenuhr Ein Uhr und spielte ein Mor-genlied des ewigen Morgens, so aufrichtcnd, so hcrübcrtö-nend aus Auen über dem Mond, so schmcrzenstillend, daßdie Thränen, unter denen sein Herz ertrank, den Schmerzen-