67
langsam ins Gral» hinab. — Ein Sterbender sieht die Men- ^schen und ihr Thun schon in einer ticsen Entfernung ver-kleinert; ihm sind unsre kleinen Höflichkcitregeln wenig mehr— alles ist ihm sa nichts mehr. Er bat, ihn mit Gustavund Beata allein zu lasten; seine Seele hielt noch den sich nie-dcrbeugcnden Körper; mit einer abgebrochnen, aber genesenenStimme redete er das bebende Mädchen an: „Beata, ich werde„sterben, vielleicht heute Nacht — in meinen schöncrn Tagen„Hab' ich dich geliebt, du hast cs nicht gewußt — ich gehe„mit meiner Liebe in die Ewigkeit — O Gute! reiche mir„deine Hand (sie that's) und weine nicht, sondern spreche;
„ich habe dich so lange nicht gesehen und nicht gehört —„Aber weinet ihr beide nur; euere Thränen machen mich nicht„mehr weich, in meine heißen Augen kamen, so lang' ich liege,„keine — o weinet sehr bei mir: wenn man träumt, man ><
„wein' auf einen Todten, so bedeutet es Gewinn.-Ja,
„ihr zwei schönen Seelen, ihr findet niemand, der euch glei-„chcn, der euere Liebe verdienen kann, ihr seyd allein —
„O Beata, auch Gustav liebet dich und sagt es nicht — Wenn„du dein schönes Herz noch hast, so gib es Ihm, auf der„ganzen Erde verdient nur cr's, gib es Ihm — du machest„Ihn und mich glücklich, aber gib mir kein Zeichen, wenn„du ihn nicht lieben kannst." ...... Jetzt ergriff er noch
die Hand Gustavs, dessen Gefühle gegen einander wehendeStürme waren, und sagte mit aufgcrichtcten Augen der be-glückenden Tugend: „Du unendliches gütiges Wesen! das„mich zu sich nimmt, schenke diesen zwei Herzen alle schone„Tage, die mir vielleicht hier beschieden waren — ja nimm„sie aus meinem künftigen Leben, wenn ich etwa in diesem„keine mehr zu erwarten hatte." ...... Hier zog der fal-
5 *