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2 (1847) Die unsichtbare Loge : 2ter Theil
Entstehung
Seite
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legest du, hohes Schicksal, für den ewigen Menschen seinenHimmel oft unter ein falbes Roscnblatt, oft auf den Bluten-kelch eines Vergißmeinnicht^, oft in ein Stück Land von305 , 00 « Quadrat-Meilen.

Wer zu viel verziehen hat: will sich nachher rächen.Gustavs Freundschaft gegen Amandus war in eine so hoheFlamme aufgeschlagcn, daß sie nothwcndig Asche aus ihrenStoff Herunterbrennen mußte. Wenn er Beaten nachblickte,blickte er ans Amandus zurück und tadelte sich so oft, daßer anfangcn mußte, sich zu rechtfertigen. Was vom Aschcn-berg, worunter seine Liebe glimmte, abgetragen wurde, wurdedem Aschenbcrge seiner Freundschaft zngcschüttet. Gleichwolwürde er zu jeder Stunde für Amandus alles geopfert haben,waö das Volk Freuden nennt; denn in der neuen Zeiteiner ersten Freundschaft werden Opfer noch wärmer gesucht,als in der späten: gebracht, und der Geber ist beglückterals der Empfänger. O! die rechte Seele hat nicht nur dieKraft, sondern auch die Sehnsucht, aufzuopfern. DaSLeben, das Gustav jetzo vom Frühling und Garten und vonWünschen der Liebe umgeben genoß, soll er selber malen inseinem Briefe an mich. Diesen Brief werden freilich dieverwerfen, die vor dem Natur-Schauspiel als kalte Zuschauer,als entfernte Logcn-Pächtcr stehen; aber es gibt bessere undseltnere Menschen, die sich für hineingerissene Spieler haltenund jede Grasspitzc für beseelt ansehcn, jedes Käferchen fürewig und das unbändige Ganze für ein unendliches schlagen-des Adersvstcm, in welchem jedes Wesen als ein saugendesund tropfendes Aestchen zwischen kleinern und größer» pulsirtund dessen volles Herz Gott ist.-