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1 (1847) Die unsichtbare Loge : 1ster Theil
Entstehung
Seite
240
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Ehebruch «'st für eine malesizische Obrigkeit noch daS ein-zige!" sagt der Erbherr. - Ganz das Gegentheil sagte seinGcrichthaltcr Kolb; hohe Frais war seine hohe Oper, pein-liche Akten waren ihn« Klopstocks Gesänge und ein Schergesein Orcst und Sancho Pansa. Er hätte die Welt in zweiReihen zertheilet, in die aufhängcnde und in die aufgehangneReihe, und er wäre Kriminalist geblieben. Ein unrasirtcrMalefikant im Karzer war ihm ein stnesisches Goldfischchcnin einer gläsernen Bowle, beide wurden Gästen vorgestcllt. Freie Spitzbuben-Pürsch nur in ein Paar Welttheilenwäre seine Sache und Lust gewesen. Mich haßte er aufden Tod, weil ich ihm einmal einen vom Tode ins Zuchthauswcgdefendirct hatte. Er besaß die Sterbelisten aller Hin-gerichteten und eine Matrikul oder ein genealogisches Saat-registcr aller Räuber (Ehrcnräuber ausgenommen), die inallen deutschen Kreisen zu ernten standen, und wahre Spitz-buben waren für ihn, waS für den biographischen Plutarchgutgesinnte Menschen. Kurz er war ein achter Kriminalist,ganz wie ihn die alten Deutschen oder neuen englischen Ge-setze haben wollen; denn nach beiden soll jeder blos von sei-nes Gleichen gerichtet und verdammt werden; Kolben abermußte jeder Spitzbube und Mörder für einen eben so großenhalten und Jnkulpat konnte mithin sagen, daß er die Rechts-wohlthat genösse, von einen« seines Gleichen gerichtet zu wer-den. Ich kenne nicht viele ebenbürtige Malcfizräthe undFaknltisteu, auf welche dieses anzuwendcn wäre.

Das verdroß Röpcrn ungemein; denn sein Malcfizrathzog ihm alle Monate einen kostcnsplitterigen Fraisfall zu;und hohen Frais - Gerichtherrn ist doch nicht sowol mit derEinsaugung als Beerbung der Jnquisitcn gedient. Kurz als