„Ehebruch «'st für eine malesizische Obrigkeit noch daS ein-zige!" sagt der Erbherr. - Ganz das Gegentheil sagte seinGcrichthaltcr Kolb; hohe Frais war seine hohe Oper, pein-liche Akten waren ihn« Klopstocks Gesänge und ein Schergesein Orcst und Sancho Pansa. — Er hätte die Welt in zweiReihen zertheilet, in die aufhängcnde und in die aufgehangneReihe, und er wäre Kriminalist geblieben. — Ein unrasirtcrMalefikant im Karzer war ihm ein stnesisches Goldfischchcnin einer gläsernen Bowle, beide wurden Gästen vorgestcllt.— Freie Spitzbuben-Pürsch nur in ein Paar Welttheilenwäre seine Sache und Lust gewesen. — Mich haßte er aufden Tod, weil ich ihm einmal einen vom Tode ins Zuchthauswcgdefendirct hatte. — Er besaß die Sterbelisten aller Hin-gerichteten und eine Matrikul oder ein genealogisches Saat-registcr aller Räuber (Ehrcnräuber ausgenommen), die inallen deutschen Kreisen zu ernten standen, und wahre Spitz-buben waren für ihn, waS für den biographischen Plutarchgutgesinnte Menschen. Kurz er war ein achter Kriminalist,ganz wie ihn die alten Deutschen oder neuen englischen Ge-setze haben wollen; denn nach beiden soll jeder blos von sei-nes Gleichen gerichtet und verdammt werden; Kolben abermußte jeder Spitzbube und Mörder für einen eben so großenhalten und Jnkulpat konnte mithin sagen, daß er die Rechts-wohlthat genösse, von einen« seines Gleichen gerichtet zu wer-den. Ich kenne nicht viele ebenbürtige Malcfizräthe undFaknltisteu, auf welche dieses anzuwendcn wäre.
Das verdroß Röpcrn ungemein; denn sein Malcfizrathzog ihm alle Monate einen kostcnsplitterigen Fraisfall zu;und hohen Frais - Gerichtherrn ist doch nicht sowol mit derEinsaugung als Beerbung der Jnquisitcn gedient. Kurz als