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5 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : drittes Heftlein
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wach' auf, Ginlia hat die Ewigkeit verlassen und steht aufihrem Grade." Viktor blickte fieberhaft hinauf; und ineinem schneidenden Eiöschauer wurden alle warmen Gedankenund Nerven des Lebens hart und starr, da er oben am Grabeeine weiße verschleierte Gestalt ruhen sah. Emanuel riß sichund seinen Schüler auf und sagte:wir wollen hinaus aufdaS Theater der Geister: vielleicht ergreift die Todte meineSeele und nimmt sie mit." . . . Fürchterlich schwiegen dieGegenden um ihren Weg . . die Menschen fahren ans demFußboden wie stumme Knechte, wie Maschinen zur Bedienung,und fallen wieder hinunter, wenn sie abgclecret find. . . .Das Menschengeschlecht zieht wie ein fliegender Sommerdurch den Sonnenschein und das bcthauetc Gewebe hängt sichflatternd an zwei Welten an und in der Nacht vergeht's....So dachten beide Menschen auf der Wallfahrt zur Todtcn,sie wunderten sich über ihre eigne schwere Verkörperung undüber das Geräusch ihrer Tritte. Emanuel knüpfte seinenBlick auf die verschleierte Gestalt, die fetzt niederknicte; erdachte, sie höre seine Gedanken und fliege zu seinem Herzendurch das Mondlicht herüber. . . .

Die Brust der zwei Menschen hob sich gleichsam unterzwei Lcichenstcincn auf und nieder, da sie die übergrastenlangen Stufen zum Kirchhof aufsticgen und das schwere Thor,das mit verwitterten, weggewaschenen Aufcrstandenen angc-malct war, berührten und aufdrehtcn. Das warme Erdcn-blut friert ein und das weiche Gehirn gerinnt zu einem ein-zigen Schreckenbildc, wenn von der Ewigkeit und von derPforte der Gcisterwclt die große Wolke wcgrückt; Emanuelrief auf der Bühne der Todten wie außer sich:schauder-hafter Geist, ich bin ein Geist wie du, du stehst auch unter