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5 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : drittes Heftlein
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Mensch, der morgen daö Abendmahl nahm, dort einer nebenseiner Mutter sang; und als endlich ein verhauchtes Abend-lied aus der Abtei, daö gleichsam auf einem einzigen Lauten-ton fortschwamm, den schönen Tag mit einem Schwanengesangzu Ende führte, und da vom sanften Tage nichts mehr übrigwar als dessen Nachhall im Herzen des Glücklichen und imAbendliede des Klosters, als dessen Wicderschein in der ziehen-den Abendröthe am Himmel und in dem befriedigten nochlächelnden Angesicht des schlafenden Emanuelö: so sahen inViktor die stummen Freuden wie Gebete aus, die ungestörtenThräncn wie überlaufende Tropfen aus dem Freudenkelch,seine Stille wie eine gute That und sein ganzes Herz wiedie warme Freudenzähre eines höher» Genius.

Viktor führte den blinden Geliebten leise an seine Lager-stclle, wo der Traum seine zerrütteten Augen herstellte undihnen die kleinen Landschaften seiner Kindheit mit Morgcn-farbcn Heller um sie stellte. Er selber legte sich unentklei-det, dem tief hcrabgerücktcn Monde gegenüber, auf die Bau-stelle unserer schönen: Luftschlösser, auf den Resonanzbodender Kindheit, wo der Morgcntraum den geheiligten Menschenaus der Wüste deö Tages auf den Berg Mösts führt undihn schauen läßt in das dunkle gelobte Land der Ewigkeit.. . .

Der erste Pfingsttag, lieber Leser, hat in diesem Wonne-Drciklang verhallt; aber in diesen drei hohen Festen vonFreude wird wie bei denen im Kalender daö zweite noch schö-ner, und daö dritte am schönsten. Ich werde mit dem Stei-gen meiner Feder durch diese drei Himmel gar nicht eilensa wenn ich gewiß wissen könnte, daß die handelnden Perso-nen in dieser Geschichte mein Werk nie zu sehen bekämen,ich würde (zur Gränzenverrückung dieses Edens) gar man-