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5 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : drittes Heftlein
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mit der vor dem Kirchthore raschelnden eingerammten Birkeund mit dem trocknen vom Morgenwind gebeugten Maien-bäum mitten im Dorfe. . . .

Aber, sagt mein Leser, konnte denn sein Auge so langedie schöner» Prospekte und sein Herz die geliebtere Schön-heit entrathcn und statt der Abtei nur die Kirche aufsuchen?" O er sah zu allererst nach jener und sein Auge lief zit-ternd um alle Fenster seines SonncntempelS; aber da erdaran alle offen und leer, und alle Vorhänge aufgezogen an-traf: so vermuthetc er, daß die schönen Konklavistinnen des-selben und darunter die Konklavistin seiner Brust da wären,wo er sic suchte-und fand: im Tempel. Er stieg un-

ter dem Heruntertraben der Kirchgänger ungehört hinauf indie außen leer scheinende adelige Frontloge, dieses Blumen-gestell der Stift-Nonnen. Es war heute nichts darin alsentfallne Birkenblätter; denn die sämmtlichen Nonnen unddie Aebtissin und Klotilde standen unten in der Kircheund faßten den Altar mit einem Chor von singenden Engelnein und empfingen daran das Abendmahl. Mit einemFreudenschauer blickte er die Königin seines Himmels an, dieso theuer Geliebte und so Unverdiente, den glänzenden En-gel, der seine Hülle aus Erdenschnce mit der himmlischenWärme zu Thränen zerschmilzt, um bald unsichtbar zu wer-den. -Sein Geist bog sich, als sie kniete:Himmel-

Frieden trinke (sagt' er) aus dem Ordcnkelch des großenMenschen, unter dessen Gedanken keine Wolke und keinSeufzer war o der Gedanke, den du jetzo mit so festerAndacht anschauest, müsse immer leuchtender und unbeweg-lich wie eine Sonne werden und immer ein warmes Abend-licht über die müde Seele werfen!" Dieser Engel im