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mit der vor dem Kirchthore raschelnden eingerammten Birkeund mit dem trocknen vom Morgenwind gebeugten Maien-bäum mitten im Dorfe. . . .
„Aber, sagt mein Leser, konnte denn sein Auge so langedie schöner» Prospekte und sein Herz die geliebtere Schön-heit entrathcn und statt der Abtei nur die Kirche aufsuchen?"— O er sah zu allererst nach jener und sein Auge lief zit-ternd um alle Fenster seines SonncntempelS; aber da erdaran alle offen und leer, und alle Vorhänge aufgezogen an-traf: so vermuthetc er, daß die schönen Konklavistinnen des-selben und darunter die Konklavistin seiner Brust da wären,wo er sic suchte-und fand: im Tempel. Er stieg un-
ter dem Heruntertraben der Kirchgänger ungehört hinauf indie außen leer scheinende adelige Frontloge, dieses Blumen-gestell der Stift-Nonnen. Es war heute nichts darin alsentfallne Birkenblätter; denn die sämmtlichen Nonnen unddie Aebtissin und Klotilde standen — unten in der Kircheund faßten den Altar mit einem Chor von singenden Engelnein und empfingen daran das Abendmahl. — Mit einemFreudenschauer blickte er die Königin seines Himmels an, dieso theuer Geliebte und so Unverdiente, den glänzenden En-gel, der seine Hülle aus Erdenschnce mit der himmlischenWärme zu Thränen zerschmilzt, um bald unsichtbar zu wer-den. -Sein Geist bog sich, als sie kniete: „Himmel-
Frieden trinke (sagt' er) aus dem Ordcnkelch des großen„Menschen, unter dessen Gedanken keine Wolke und kein„Seufzer war — o der Gedanke, den du jetzo mit so fester„Andacht anschauest, müsse immer leuchtender und unbeweg-lich wie eine Sonne werden und immer ein warmes Abend-licht über die müde Seele werfen!" — Dieser Engel im