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5 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : drittes Heftlein
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Erziehanstalt ist, eine berlinische Realschule, ein breölauischesElisabethanmn, ein Schcerauisches Marianum: so begegnendir die Freunde zuerst und eure Jugendsrcundschaft ist derFrühgottesdienst des Lebens.

Viktor wußte FlaminS Versöhnlichkeit gewiß voraus, ersah ihn sogar schon öfter am Fenster stehen und zum Erkerhinüber schielen, aus dem ein freundliches um alle Mißdeu-tungen des Ehrenpunktes unbekümmertes Auge frei und geradezum Senior schaucte; aber dicß nahm doch seine weicheSehnsucht nicht weg, sondern sie wurde vermehrt durch dieerste Wiedcrerblickung des so schönen betrauerten geliebtenAngesichts. Flamin hatte eine große männliche Gestalt, seineineinander und zurückgedrängte schmale Stirn war der Horstdes Muths, seine durchsichtigen blauen Augen welche seineSchwester Klotilde auch hatte und die sich recht gut mit einerfeurigen Seele vertragen, wie ja auch die alten Deutschenund das Landvolk beides haben waren von einem denken-den Geiste entzündet, seine gepreßten und eben darum dun-kelrötheren übervollen Lippen waren in die menschenfreund-liche Erhebung zum Kusse befestigt; bloö die Nase war nichtfein genug, sondern juristisch oder deutsch gebildet. DieNase großer Juristen sieht meines Erachtens zuweilen so^ elend aus, wie die Nase der Justiz selber, wenn ihr bieg-samer Stoff sich unter zu langen Drehfingern zieht. Nichtzu erklären ist's, beiläufig, warum die Gesichter großer Theo-logen sie müßten denn noch etwas anderes Großes seyn etwas von der typographischen Pracht der kansteinischenBibeln an sich haben. Viktors Gesicht hingegen hatte amwenigsten unter allen weder jene burschikosen Trivial-Zügemancher Juristen, noch das Mattgold mancher Theologen;