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5 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : drittes Heftlein
Entstehung
Seite
153
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Freundschaft der hohe Einsatz war), bis solcher am Heren-tage es gar gewann.

Aber am 4ten Mai soll er alles wieder verlieren, denk'ich. Denn Viktor, dessen Herz bei der geringsten Bewegungwieder den Verband durchblutete, nahm sich vor, nicht nuram 4ten Mai dem Wiegenfeste des Hofkaplans in St. Lünebcizuwohnen, sondern auch einen Geburttag der erneuertenFreundschaft mit Flamin zu begehen. Er wollte gern denersten, zweiten, zehnten Schritt thun, wenn nur jener stehenbliebe und keinen zurück thäte. Denn er kann ihn nicht ver-gessen, er kann die aufgedrungne Entbehrung nicht verwin-den, so leicht ihm sonst die freiwillige wurde. Er drücktalle Abende FlaminS schönes Bild, das gemacht war ausseiner Liebe für ihn, aus seiner unbestechlichen Rechtschaffen-heit, seinem Fclsen-Muth, seiner Liebe zum Staat, seinenTalenten, sogar auö seinem Aufbrausen, das aus dem dop-pelten Gefühl des Unrechts und der eignen Unschuld entstand,dieses warme Bild drückte er an das aufgeriffene Herz, undwenn er ihn am Morgen in das Kollegium gehen sah, soliefen ihm die Augen über und er pries den Bedienten glück-lich, der ihm die Akten nachtrug. Wenn der 4te Mai desgroßen Versöhntageö mit dem Sühnopfer nicht so nahewäre: so würde er die kleine Julia an sich angewöhncnmüssen, als einen dritten Stand zwischen den zwei andern,als einen Lcittvn zwischen Widertöncn. Bloö die Hoffnungdes Maies setzte seinen Gedanken statt der Neffeln-Brcnn-spitzen wenigstens Rosenstachcln an. Der Jugendfreund,lieber Leser, der Schulfreund wird nie vergessen, denn erhat etwas von einem Bruder an sich; wenn du in denSchulhof des Lebens trittst, welches eine Schnepfenthalcr